Mehr Kreislaufwirtschaft gefordert
FÖV-Beiräte engagieren sich für ressourcenschonende Verpackungsstrategien – Rückblick auf Sitzung im Juni
Der Umbau des Wirtschaftslebens in Richtung Kreislaufwirtschaft baut auf Dialog. Diese Überzeugung war Anlass für die Gründung des Forum Ökologisch Verpacken (FÖV) vor 13 Jahren. Der FÖV-Beirat unterstützt diese Arbeit seither als unabhängiges Gremium – unter anderem im Rahmen von Sitzungen, zuletzt im Juni.
Wie wichtig der Austausch von Experten mit verschiedenen fachlichen Hintergründen zum Thema Kreislaufwirtschaft ist, hat der in diesem Frühjahr in Kooperation von FÖV und dem Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) durchgeführte Workshop zur Zukunft nachhaltigen Verpackens im europäischen Handel bestätigt: Klimaschutz voranbringen und Wettbewerbsfähigkeit stärken. Dazu braucht es das Mitwirken aller relevanten Akteure in Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft (siehe Beitrag in diesem Newsletter).
Stephan Schaller (CSCP), hat bei der Frühjahrssitzung des FÖV-Beirats darüber hinaus auch Perspektiven aufgezeigt, wie die Arbeitsergebnisse des Workshops in zukunftsweisende Maßnahmen umgesetzt werden können. Kernidee ist eine für alle Marktteilnehmer zugängliche Datensammlung über die Umweltwirkungen von Produkten und Verpackungen, ein „Digitaler Produktpass“ (DPP). Als verlässliche und transparente Informationsquelle könnte ein DPP Einblicke für Stakeholder und Verbraucher bieten, kooperative Lösungen entlang der Wertschöpfungskette anstoßen und geeignete Regulierung fördern. Vorbehalte? Gibt es auch. Die ohnehin mit bürokratischem Aufwand belasteten Unternehmen scheuen möglicherweise zusätzliche Analysearbeit. Auch fehle schon bei bestehenden Instrumenten wie dem CO2-Fußabdruck bislang ein allgemein anerkannter Standard.
Was Unternehmen heute schon tun können, um das Konzept Stoffkreislauf in ihrer Verpackungsstrategie umsetzen können, stand im Fokus eines weiteren diskutierten Projekts: Rainer Kant, der den Bundesdeutschen Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management (BAUM) im Beirat vertritt, plant gemeinsam mit dem FÖV einen Praxistalk zu diesem Thema. Bei diesem bewährten Format erhalten interessierte Unternehmen aus dem Kreis der über 800 BAUM-Mitglieder handfeste Informationen und Handlungsempfehlungen für ihre Nachhaltigkeitsstrategie. Konkret geht es bei der für den 22. Oktober geplanten Veranstaltung um die Frage, wie sich mehr und bessere Kreislaufverpackungen einsetzen lassen. Am Beispiel Wellpappe wird der FÖV Generalbevollmächtigte Dr. Oliver Wolfrum einen seit Jahrzehnten etablierten Stoffkreislauf für Verpackungen darstellen. Zur damit verbundenen Umweltwirkung kann er auf wissenschaftliche Erkenntnisse zu Recyclingquoten und Klima-Effekten verweisen.
Für den 4. November haben die Beiratsmitglieder ein weiteres Treffen geplant – dann mit Blick auf die Weiterentwicklung dieser Projekte und Ideen für künftige Maßnahmen.
