Zukunft Kreislaufverpackung

EU-Verpackungsverordnung berücksichtigt vorbildlichen Stoffkreislauf der Wellpappenverpackungen

Weniger Verpackungsabfall, mehr und besseres Recycling, aber auch Wiederverwendung von Verpackungen – das sind die Eckpunkte der neuen EU-Verpackungsverordnung Packaging & Packaging Waste Directive (PPWR). Am 24. April hatte das EU-Parlament über die zwischen den verschiedenen europäischen Institutionen im sogenannten Trilog-Verfahren ausgehandelte Regelung abgestimmt. Der Gesetzestext wurde mit einer Mehrheit von 476 zu 129 Stimmen bei 24 Enthaltungen angenommen und muss nun noch in der finalen Fassung vom im Juni neu gewählten Parlament bestätigt werden. Danach könnte sie bis 2025 in Kraft treten. Angewendet werden die Regelungen dann 18 Monate nach Inkrafttreten der Verordnung.

Eine entscheidende Verbesserung der PPWR gegenüber einem früheren von der EU-Kommission vorgelegten Entwurf betrifft den Stoffkreislauf faserbasierter Verpackungsmaterialien wie Wellpappe. Festgeschriebene Mehrwegquoten für Versandverpackungen oder Haushalts-Großgerate, wie sie ursprünglich vorgesehen waren, hätten den etablierten Stoffkreislauf dieser Verpackungen massiv gestört. Enorme wirtschaftliche Folgeschäden wären zu erwarten gewesen. Überdies ließ sich der angestrebte ökologische Vorteil nicht nachweisen. Im Gegenteil: Eine Studie des bifa Instituts konnte belegen, dass die Emissionen klimaschädlicher Gase bei den meisten untersuchten Mehrwegszenarien im Online-Handel deutlich höher sind als beim Einsatz von Wellpappenverpackungen.

Die Deutsche Umweltstiftung, vertreten durch das FÖV-Beiratsmitglied Jörg Sommer und der FÖV-Generalbevollmächtigte Dr. Oliver Wolfrum hatten während des Gesetzgebungsverfahrens in einem gemeinsamen Schreiben an die deutsche Umweltministerin Steffi Lemke appelliert, bei ihren Gesprächen auf EU-Ebene die besonderen ökologischen Eigenschaften der Wellpappenverpackungen einzubringen (siehe auch Bericht aus der Beiratssitzung in diesem Newsletter). Auch andere Akteure wie der Verband der Wellpappen-Industrie und der Verband Die Papierindustrie hatten sich dafür bei ihren politischen Gesprächen stark gemacht.  

Die vom Europäischen Parlament nun angenommene Regelung trägt den wissenschaftlich belegten Fakten entsprechend Rechnung. Da Wellpappenverpackungen mit nachweislich hohen Recyclingquoten – allein in Deutschland sind es über 95 Prozent – einen beispielhaften Stoffkreislauf nachweisen können, werden Versender diese schützenden Hüllen auch in Zukunft für alle Warensendungen verwenden dürfen. Dr. Oliver Wolfrum bewertet das Votum der Parlamentarierinnen und Parlamentarier deshalb auch sehr positiv: „Wellpappe entspricht bereits heute schon den mit der Verordnung verbundenen Nachhaltigkeitszielen.“

Dazu zählt Dr. Wolfrum auch ausdrücklich das Ziel der Vermeidung überflüssiger Verpackung. Ein wichtiger Schritt auf diesem Weg sei die in der PPWR festgeschriebene Reduzierung von Leerraum in Versandverpackungen: Für Umverpackungen, Transportverpackungen und E-Commerce-Verpackungen gilt künftig, dass der Leerraumanteil höchstens 50 Prozent betragen darf. „Wellpappenverpackungen lassen sich im Hinblick auf die erforderliche Schutzwirkung maßgeschneidert den transportierten Produkten anpassen. Auch das ist ein Beitrag zu mehr Effizienz und Nachhaltigkeit bei Verpackungen“, so Dr. Wolfrum.